Freitag, 8. Januar 2016

Story 1 - Chapter 31/ Nicholas


“Na komm her Süße”, sagte ich und hob sie hoch. Alison war knappe zwei Jahre alt und war schnell wie eine Katze. Ständig mussten entweder ich oder Katherine sie im Auge behalten, da sie sonst von der einen auf die andere Sekunde verschwunden war. Katherine lag auf der Bank im Wohnzimmer und hatte ein Buch in der Hand. „Hast du Laureen schon Bescheid gegeben?“ fragte sie mich und sah zu mir hoch. Obwohl ihre Haare zu einem schmuddligen Zopf hoch gebunden waren und sie nur Yoga pants und ein normales Shirt trug war sie wunderschön. Ich nickte kurz und sah dann zu Alison. „Laureen wird auf dich aufpassen das ist immer ein Spaß mhh?“. Ich zog ihr Shirt ein Stück hinunter und küsste sie auf die Stirn. Nicht einmal ich selbst hätte mir vorstellen können was Liebe wirklich alles sein konnte. Seit jedoch Katherine und dann noch Alison zu unserem Glück da waren, hatte ich gespürt das Liebe was ganz besonderes war.„Laureen, wann soll ich dir Ally bringen? Oder magst du dass sie hier bleibt?“, fragte ich in’s Handy und behielt nebenbei Alison im Auge die im Wohnzimmer spielte. Ich warf einen Blick auf die Uhr und nickte. „Okay, ja….danke..super..bis später!“, sagte ich und legte auf. „Baby bist du fertig?“, rief ich die Stiegen hinauf und wartete auf eine Antwort. Ich bekam ein – Gleeeich- und nickte zufrieden.Da Katherine und ich heute bei einer Hochzeit eingeladen waren, hatte Laureen sofort zugestimmt auf Ally aufzupassen. Andrew würde irgendwann am Abend dazu stoßen, da er von einer Geschäftsreise nach Hause kam. Laureen und Andrew waren beide eine riesige Unterstützung für uns in den letzten Jahren gewesen. Sie hatten sich liebevoll um Ally gekümmert wann immer sie konnten und die kleine fühlte sich bei den beiden pudelwohl.
Ich läutete an der Türe und wartete. Laureen öffnete und grinste mich breit an. Sie sah Alison und quiekte freudig, und mit einem Ruck war sie schon auf ihrem Arm. „Holt sie morgen wann immer ihr aufstehen wollt, ich hab die Kleine gerne bei mir!“, sagte sie begeistert und sah mich an. „Heey wir zwei werden noch ein bisschen spielen, vielleicht was backen mhh?“ sagte sie an Alison gewandt und sah mich dann an. „Viel Spaß bei der Hochzeit.“ , sagte sie gespielt zynisch und ich boxte sie leicht. „Wenn du was brauchst, weißt du Bescheid.“, sagte ich und nickte ihr noch einmal zu. Ich nahm Alison noch einmal auf meinen Arm und drückte die Kleine. „Alles klar wir sehen uns morgen mein Schatz..“, sagte ich leise und gab ihr einen letzten Kuss.Gerade als ich die Türe hinter mir schloss kam Katherine die Treppe herunter. Ich sah sie an und schüttelte den Kopf. „Du schaffst es immer wieder…noch schöner auszusehen.“, murmelte ich leise in ihr Ohr und küsste sie zärtlich.„Wir müssen los.“, seufzte ich und nahm den Autoschlüssel. Ich hoffte auf einen einigermaßen entspannten und gemütlichen Abend.

Dienstag, 29. Dezember 2015

Story 2 - Chapter 7/Alexis


Kein Tag war in dem letzten Monat vergangen indem sie John nicht gesehen hätte. War sie bereits abhängig? Sie schnaubte über ihre Gedanken und schüttelte den Kopf. Sie wäre nicht auf die Idee gekommen ihn zu benachrichtigen. Er war derjenige der den Kontakt aufrecht hielt nicht sie. Und trotzdem hatte sie sich bereits zum dritten Mal umgezogen um gut auszusehen. "Ach scheiß drauf!" zischte sie und schnappte sich ihre Jeansjacke bevor sie ihre Wohnung verließ.

Sie nickte kurz zum Gruß als er ihr die Türe öffnete. 'Baby hast du Essen mitgebracht?' hörte sie seine Stimme und blieb abrupt stehen. 'Wie hast du mich gerade genannt?' fragte sie und drehte sich langsam um. Er grinste sie an und sie hört ein leises Lachen. 'Irgendwie muss ich dich doch nennen...Du hast das letzte Monat förmlich bei mir gewohnt."
"Das ist kein Grund mich so zu nennen...wirklich trau dich nicht noch einmal..", murmelte sie und setze sich auf die Theke. "Schon gut.", grinste er und stellte sich gegenüber von ihr hin. "Ich hatte gestern Besuch...".
"Ach ja?", fragte sie und nahm eine Zigarette zwischen ihre Lippen. Er nahm das Feuerzeug neben sich und machte Feuer für sie. Sie nickte kurz zum Dank und hob dann eine Braue, ein Zeichen dass er weiter reden sollte. "Natürlich...", murmelte er und räusperte sich. "Val. Sie hat nicht lange gezögert...".
"Oh nein...?!" fragte Alexis und lachte los. Sie zog an ihrer Zigarette und schüttelte den Kopf. "Die Nummer mit dem Striptease? Ja..die bringt sie immer. Das ist die Phase nach der Verzweifelung."
John schüttelte seinen Kopf und verschränkte seine Arme. "Ich war entsetzt. Sie hat sich förmlich über mich hergemacht. Bitte rede mit ihr...ich hab Angst das Haus zu verlassen."
Sie lachte noch immer und sah ihn anschließend ernst an. "Sie spricht nicht mehr mit mir. Seit ein paar Wochen. Ich hab es versucht, aber was solls...", murmelte sie und zuckte mit den Schultern. "Ein Besuch ist morgen dran, ich denke ich mache mir Sorgen um sie. Überhaupt nach dieser Geschichte." Alexis zog noch einmal an ihrer Zigarette und bließ gerade den Rauch aus als John ihr die Zigarette weg nahm und den letzten Zug nahm bevor er sie ausdrückte. "In Zukunft kannst du am Balkon rauchen..", seufzte er und legte seine Hände auf ihre Oberschenkel. "Ich hab nicht lange Zeit, hab heute ein Essen bei dem ich sein muss." Sein Blick sagte, dass er dort eindeutig nicht hingehen wollte. "Du könntest natürlich..mitkommen..? Nur als Begleitung natürlich."
"Ja genau und morgen geben wir unsere Beziehung öffentlich bekannt. Träum weiter." sagte sie ohne mit der Wimper zu zucken. "Einen Versuch wars zumindest wert.",grinste er und beugte sich nach vorne um sie zu küssen.



Freitag, 11. Dezember 2015

Story 2 - Chapter 6/John


Er zündete sich bereits seine zweite Zigarette an um das Warten zu verkürzen. Wo war sie nur? Beziehungsweise hatte sie den Zettel überhaupt gesehen? Er nahm einen kräftigen Zug und lehnte sich auf der Bank zurück. Das Kaffee war so gut wie leer, außer ihm und einer Gruppe Möchtegern Hipster die durchgehend Fotos von sich schossen war nur ein älterer Mann als Gast und zwei Frauen hinter der Theke hier. John warf einen Blick auf die Uhr (16:25) und schüttelte den Kopf. Wie auch immer, er würde das Kaffee verlassen.
Gerade als er seinen Kaffee leerte kam sie zur Tür herein, keine Anstalt von Entschuldigung oder Eile in ihrem Gesicht. Gemütlich schlenderte sie zum Tisch, nickte ihm kurz zu und setze sich gegenüber von ihm. Ohne zu fragen, griff sie in seine Zigaretten Packung und steckte sich ebenfalls eine an. Sie gähnte und sah ihn dann an. "Nette Art mich zu Benachrichtigen Romeo.", sagte sie und blies den Rauch aus. John warf ihr einen kurzen Blick zu und beugte sich nach vorne. "Valerie hat das herausgefunden von der Hochze..naja du weißt schon..", murmelte er beiläufig und spielte mit dem Rand seiner Tasse. Alexis richtete sich auf und starrte ihn an. "Oh Fuck...", murmelte sie und fing danach an zu lachen. John sah sie entgeistert an und lehnte sich wieder zurück. "Ich schätze du hast ihr einiges zu erklären..' murmelte er gleichgültig. Sie zog genüsslich an ihrer Zigarette und ein Anflug eines leichten Grinsens überflog ihre Lippen. "Ich hab mich betrunken..du hast mich verführt..ganz einfach.." lächelte sie.
"Als würde sie dir das abkaufen"
"Vermutlich würde sie das...nein sie würde es mir nicht abkaufen. Von wem weiß sie es überhaupt?" Alexis kaute an ihren Fingernägel, eine Augenbraue in der Höhe. "Ich weiß es nicht aber ich konnte es auch nicht abstreiten als sie mich danach gefragt hat." Wenigstens war er ehrlich, dachte Alexis und seufzte. Wieso musste Valerie so nachträglich sein? Und warum wollte sie noch immer etwas von John obwohl seine Signale eindeutig waren? Kopfschüttelnd stand er auf und sah sie an. "Wie auch immer, wollte dir nur Bescheid geben bevor der große Sturm ausbricht". Er klopfte ihr auf die Schulter als er das sagte und schmunzelte leicht.
"Ach das wars?"
"Ich wüsste da noch etwas..."
"Ich dachte schon du würdest nie danach fragen!"


"Vielleicht solltest du ein paar Tage untertauchen um Valeries Zorn zu entgehen", sagte John leise  und zeichnete Kreise auf ihren nackten Bauch. Sie sah ihn an und hob eine Braue. "Ach bitte, was war das in eurer Jugend das sie das nicht verkraften würde?"
"Ich schätze ein Date und ein ziemliches Desaster danach. Sie hat mich nicht mehr interessiert, so waren Jungs eben in der Pubertät - hat sie mir nie verziehen schätze ich. Seitdem versucht sie es immer wieder..." seufzte John und beugte sich nach vorne um Alexis zu küssen. Sie drehte sich weg und setze sich auf. "Schätze sie fährt wohl auf ältere Männer ab.." murmelte Alexis mit reichlichem Sarkasmus in ihrem Unterton und strich sich die Haare zurück. "Ja und ich denke sie ist dabei nicht die einzige...", erwiderte John und zog sie zurück zu sich.
"Hey..!"
"Sei einfach still...."
"Wüsste nicht seit wann du mir sagst wa.....okay..."





Story 2 - Chapter 5/Alexis


Ein wunderschöner Tag schien Alexis entgegen als sie auf die Straße trat. Sie wunderte sich selbst, als ein schmales Lächeln auf ihren Lippen erschien. Sie schlenderte ihren Weg entlang, vorbei an den Märkten, die von Blumen bis Käse alles anboten. Sie bog in eine kleine Seitengasse ein und zündete sich im Gehen eine Zigarette an. Dieser Tag würde gut werden.

Ihr Herzschlag verdoppelte sich als sie die unbeantworteten Anrufe sah auf ihrem Handy. Nein, nicht schon wieder, das ganze konnte doch nicht von vorne beginnen. Ohne ein weiteres Wort setze sie sich auf die nächste Bank, zündete sie sich eine Zigarette an und schloss ihre Augen.

Sie hatte neuen Mut gefasst als sie den Rauch in ihren Lungen spürte. Langsam schaltete sie ihr Handy auf laut und hörte die unzähligen Nachrichten auf ihrer Sprachbox an. Sie schaffte es nicht einmal bis zur Hälfte bevor sie das Handy abschaltete und einsteckte. - Hast du schon einmal an eine Nummer gedacht? - hörte sie sie Stimme ihrer Schwester im Kopf. Vielleicht sollte ich umziehen. Was wenn er mich findet? Das Unwohlsein in ihrem Magen hatte sich gesteigert. "Alles okay Miss?", hörte sie eine Stimme hinter sich und zuckte zusammen. Sie hob ihren Blick und nickte dankbar mit einem versuchten Lächeln auf den Lippen. "Ja, danke es geht schon wieder..", murmelte sie und setzte langsam ihren Weg fort.

'Ich bin dann mal weg!", rief sie und machte sich auf den Weg zum Aufzug. Sie war froh endlich nach Hause zu kommen, die Arbeit hatte ihr das letzte Stück Nerven geraubt. Seufzend betrat sie den leeren Aufzug und drückte auf die vorletzte Taste. Nicht mehr lange, dann bist du zu Hause, murmelte sie vor sich selbst hin und lehnte sich an die Wand.

Sie schloss die Türe als sie ihre Wohnung betrat und schloss wie immer, zur Sicherheit, zweimal ab. Uninteressiert sah sie ihre Post durch die von Werbereklamen bis Briefen nichts besonderes enthielt. Als sie den Stapel gerade auf die Seite legen wollte, rutschte ein kleiner Zettel heraus. Sie bückte sich und hob ihn auf. Do, 16:00 Altes Kaffeehaus, J. Sie las den Zettel dreimal und hob eine Augenbraue als sie ihn schließlich auf die Seite legte. Ja klar, weil sie darauf eingehen würde. Sie schnaubte verächtlich auf, ihre Füße fanden dann jedoch den Weg alleine ins Badezimmer und kurze Zeit später befand sie sich unter der Dusche.


cigarette, smoke, and grunge Bild




Freitag, 28. August 2015

Story 2 - Chapter 4/Steven


Es war ein normaler Tag aber seit er aufgestanden war, wusste Steven, dass irgendwas nicht stimmte. Er murmelte etwas unverständliches zu sich selbst und erhob sich mühsam von der Couch. Die kleine Wohnung in der er hauste war in den letzten Monaten das reinste Dreckloch geworden. Leere Bierflaschen standen überall und die Pizzakartons stapelten sich. Er gähnte als er in die Küche torkelte und öffnete den Kühlschrank, indem sich (wie schon seit Wochen) nichts befand außer ein abgelaufenes Joghurt und ein Stück Käse. Murrend schlug er die Türe wieder zu und machte sich auf den Weg zurück ins Wohnzimmer, in dem er sein Handy vermutete. Er suchte und suchte, bis er es schließlich unter einem Pizzakarton fand. Er schlug diesen mit der Hand weg und öffnete das Nachrichten Feed. Keine Neue Nachrichten. Fluchend legte er das Telefon zurück und ließ sich wieder auf die Couch fallen. Was sollte er den noch tun? Wann würde sie es verstehen?

Die Türklingel riss ihn aus seinem Halbschlaf. Ob das endlich der Essenslieferant war? Er stand wieder mühselig auf und schlurfte zur Türe. Ohne ein Wort mit dem Lieferanten zu wechseln bezahlte er, nahm das Essen entgegen und schlug die Türe wieder zu. Langsam schaffte er es zu seiner Couch zurück, und verschlang gierig seine Mahlzeit.

"Hör zu, ich kann es wieder gut machen...Gib mir bitte noch eine Chance..', grummelte er ins Telefon bevor er auflegte. Wie viele Nachrichten hatte sie schon erhalten? WANN würde sie endlich zurück rufen? Zu viele Fragen schwirrten in seinem Kopf herum und das machte ihn wahnsinnig. Er schrie laut auf und warf den Wohnzimmer Tisch vor sich um. Es steckte so unglaublich viel Wut ihn im. Schnaufend blickte er auf die Trümmer vor ihm und schüttelte den Kopf. Es hatte doch keinen Sinn mehr, was sollte er noch alles tun, bis sie es verstehen würde. Er hasste sie, er hasste sie so sehr. 





Montag, 24. August 2015

Story 2 - Chapter 3/ Alexis


Alexis schlug ihre Augen auf und verspürte gleich danach einen stechenden Schmerz in ihrem Kopf. Sie verzog das Gesicht und rappelte sich mühevoll hoch. Mit einem kurzen Blick nach links erkannte sie John der noch zu schlafen schien. Schwungvoll stieg sie aus dem Bett und kramte ihre Klamotten zusammen. So leise es ihr gelang schlich sie sich aus der Wohnung. Sie hatte keine Ahnung wo sie war, aber sie würde sich schon zurechtfinden. 

Alexis war gerade mal die Straße herunter gekommen als sie rechts ein kleines Kaffee bemerkte. Erleichtert seufzte sie auf und betrat den Laden. Ein Kaffee würde vielleicht ihre Kopfschmerzen lindern und zusätzlich würde sie vielleicht auch ordentlich wach werden.
Alexis trank einen großen Schluck Kaffee und kramte nebenbei ihr Handy aus der Tasche. 3 unbeantwortete Anrufe - Valerie, natürlich wer auch sonst. Sie beschloss jetzt erstmals ihre Ruhe zu genießen und legte das Handy wieder zurück in ihre Tasche. Gerade als sie ihre Zigaretten aus der Tasche nehmen wollte, fiel ihr ein dass sie diese wohl vergessen hatte. "Oh Fuck", murmelte sie und verdrehte die Augen über sich selbst. "Suchst du vielleicht diese hier?", hörte sie eine nur allzu bekannte Stimme und hob langsam ihren Blick. John stand vor ihr, ihre Packung Zigaretten in der Hand und grinste frech. Ohne ein weiteres Wort legte er die Packung auf den Tisch, setze sich wie selbstverständlich zu ihr an den Tisch und zündetet sich gemütlich eine Zigarette an. "Ich kann dich nach Hause bringen..." sagte er entspannt und lehnte sich zurück. "Danke, ich komm schon nach Hause." Sie klang gereizt und nicht begeistert von seinem Vorschlag. Ohne ihren giftigen Unterton zu beachten grinste er sie an und beugte sich etwas vor. "Valerie bringt mich wahrscheinlich eigenhändig um wenn sie davon erfährt also tu mir wenigstens noch diesen einen Gefallen!" "Mir war nicht bewusst dass Valerie und du euch so gut kennt." Ihre Stimme klang noch immer desinteressiert aber sie hatte ihren Blick gehoben. Lachend schüttelte er den Kopf. "Nein, nein das kam falsch hinüber. Valerie..hat bis jetzt nur noch nicht aufgegeben." Er hatte seine Wort mit Bedacht gewählt, dennoch wusste sie sofort was er meinte. Er bemerkte das spöttische Grinsen das über ihr Gesicht huschte. "Und obwohl die schon zu jung wäre, hole ich mir auch noch die jüngere Schwester." Seine Stimme hatte sich nicht verändert aber Alexis musste auflachen. "So alt kannst du nicht sein, sonst hätte Val es längst aufgegeben. Hat sie dir nie von ihren Kinderwünschen erzählt?" John nickte grinsend und überlegte kurz. "Wenn Valerie 25 ist...", fing er an und wurde, wieder einmal von Alexis unterbrochen "Bin ich 23, richtig mein Lieber." John starrte sie an und trank seinen Kaffee weiter, Er hätte gleich damit rechnen müssen oder zumindest überlegen bevor er etwas tat. Er bemerkte Alexis Blick und grinste dann unschuldig. "Na, vielleicht doch schon einmal von mir gehört?" fragte er frech, keine Miene verziehend.

Natürlich hatte Alexis schon einmal von ihm gehört nur hätte sie nie daran gedacht dass er es war. John, der ewige Junggeselle wie Valerie immer von ihm gesprochen hatte. Generell schenkte Alexis den Erzählungen ihrer Schwester wenig Aufmerksamkeit und wenn es um Männer ging schaltete sie sowieso sofort ab. Und da saß sie nun, vor ihm und wusste nicht wie sie reagieren sollte. Dass er 14 Jahre älter als sie war, sah man ihm auch gar nicht an, was natürlich zu seinem Vorteil war, "Sprachlos?" fragte er nach und lehnte sich nach vorne, seine Unterarme auf seine Oberschenkel gestützt. "Bring mich einfach nach Hause", antwortete Alexis, schnappte sich ihren Kaffee und erhob sich.






Story 2 - Chapter 2/ John


Wie sehr er es doch hasste. Alle Menschen sahen überglücklich aus, die Paare hielten Händchen und himmelten sich verträumt an. Kinder spielten gemeinsam auf dem großen Rasen und besorgte Mütter gaben darauf Acht, dass die teuer gekaufte Kleidung ihrer Lieblinge nicht allzu schmutzig wurde. John leerte den Rest seines dritten Sektglases in einem Zug und stellte es der nächstbesten Kellnerin aufs Tablett. Das frisch vermählte Brautpaar unterhielt sich mit einer Gruppe von Leuten, die er noch nie gesehen hatte.
"John? Kommst du mal eben?" hörte er die Stimme seines Bruders und schritt langsam zum Brautpaar. Ja, er war der Bruder des Bräutigams also riss er sich zusammen und setze ein schmales Lächeln auf. "John, das sind Valerie und ihre Schwester Alexis, die beiden kennst du sicher." In der Tat kannte er Valerie und seine Begeisterung für sie, hielt sich in Grenzen. Die jüngere Schwester jedoch hatte er noch nie gesehen. "Freut mich sehr!", sagte er und schüttelte den beiden die Hand. Während die anderen wieder zu reden anfingen mustere er Alexis. Sie war das genaue Gegenteil von ihrer Schwester. Blond, schlank und unscheinbar. Nie im Leben wäre sie hier aufgefallen. Ihr Kleid war schlicht und auch bei ihrer Frisur hatte sie sich keine große Mühe gegeben, ja sogar ihr schwarzer Nagellack war abgeblättert. Anscheinend bemerkte sie seine Blicke denn sie nickte nur kurz und wandte sich dann ab.


"Vielleicht aber könnten wir auch ein Glas Wein trinken?" John hatte irgendwann aufgehört die Sekunden zu zählen. Er hatte also keine Ahnung mehr, wie lange Valerie schon bei ihm stand und ihn zuquatschte, aber er wusste eines, er sollte dem ein Ende bereiten. Hinter Valerie erkannte er eine Gruppe von Männern die alleine standen, ein paar bekannte Gesichter konnte er sogar ausmachen. Er schob Valerie ohne ein weiteres Wort dorthin und löste sich schließlich von der Gruppe. 
Eine Zigarette wäre jetzt mehr als angebracht. Er entfernte sich langsam von den Feierlichkeiten und setze sich an den Gehsteig rand.
Als er den Rauch in seinen Lungen zog, spürte er, wie sich sein Körper entspannte und er ruhiger wurde. John hatte seine Zigarette fast fertig geraucht als er Schritte hinter sich hörte. Er drehte sich um und erkannte eine schmächtige Gestalt die scheinbar auf ihn zu kam. Erst beim näher kommen erkannte er Alexis. "Schönen Abend noch", murmelte sie beim vorbei gehen. John warf einen Blick auf die Uhr und bemerkte erst jetzt dass es schon nach Mitternacht war. "Warte!", rief er ihr nach und beeilte sich hoch zu kommen. Es wunderte ihn nicht, dass sie einfach weiter ging aber er hatte sie schnell eingeholt. "Du wirst doch wohl nicht alleine nach Hause gehen wollen, es ist..." fing er an wurde jedoch von ihr unterbrochen. "Ich schlafe die Nacht im Hotel." Ihre Antwort kam schnippisch herüber. "Wo ist deine Schwester?" fragte er nach und sie blieb abrupt stehen. "Was willst du von mir? Ich kenne dich nicht und habe auch leider viel zu wenig getrunken um mich auf dich einzulassen..Also wenn du nicht gerade einen Vorschlag hast der einfach umwerfend ist dann würde ich dich höflichst bitten zu der Feier zurück zu gehen." Genau wie sie war John stehen geblieben und hatte ihr höflichkeitshalber zugehört. "Ich hätte da allerdings einen Vorschlag..," murmelte er und zog Autoschlüssel aus seiner Hosentasche. 


"Feuer?" fragte er und zündetet zuerst ihre Zigarette an bevor er seiner Feuer gab. Das Zimmer war dunkel, bis auf einen schmalen Lichtschein der herein fiel. Es hatte ein Blick zwischen ihnen gereicht und John wusste, dass er gewonnen hatte. Alexis lag neben ihm und ihr schmaler Körper wurde nur teilweise durch das dünne Laken bedeckt. Sie drehte sie auf den Bauch und zog an ihrer Zigarette. "Der Bruder des Bräutigams also?" fragte sie nach und hob eine Augenbraue. "Wie kommt es dazu, dass du dich einfach so verziehen kannst?" John schnaubte kurz und legte einen Arm hinter seinen Kopf. "Niemand wird bemerken dass ich weg bin, das garantiere ich dir.", murmelte er und blies den Rauch in die Dunkelheit des Zimmers.